CERN Workshop von Christian Müller

Was Christian aus der Q1 bei dem viertätigen Workshop am Cern (Conseil Européen pour la Recherche Nuvléaire) erlebt hat, lesen und sehen Sie hier…

„Urknall-Teilchen-Antimaterie“

Erwartungsvoll und ein bisschen aufgeregt trafen wir (Reisegruppe Köln) uns morgens am 14.03. am Kölner Hautbahnhof. Normalerweise dient die Hinreise zum ersten Kennenlernen der anderen, doch bei uns lief es anders. Leider hatte jemand das Bedürfnis verspürt auf der Toilette zu rauchen, wodurch wir unsere ohnehin schon vorhandene Verspätung noch weiter ausgebauten. Dadurch sind wir nur eine Viertelstunde zu spät zum Workshop gekommen, da die Organisatoren bereits eine Stunde Puffer eingeplant hatten.

Zu Beginn des Workshops führten unsere Betreuer Susanne und Claudia über das CERN-Gelände, wobei wir die Gedenktafel für die Erfindung des World Wide Web gesehen haben. Während des Rundgangs realisierten wir noch nicht komplettdass wir wirklich an diesem Ort, am CERN sind.

Am nächsten Tag stand die Besichtigung des AD (Antiproton Decelerator) an, die uns am besten gefallen hat. In Bezug zum AD geht es vor allem um die Experimente Alpha (Herstellung und Stabilisierung von Antiwasserstoff) und GBAR (Überprüfung des Einflusses eines Gravitationsfeldes auf Antimaterie). Des Weiteren haben wir ein mehrstufiges Gedankenexperiment zu einem Handy aus Antimaterie durchgeführt.

Um die Führungen angenehmer zu gestalten wurde die Gruppe in Materie und Antimaterie aufgeteilt (jedem Workshopteilnehmer wurde am Mittwoch ein Elementarteilchen zugewiesen), die andere Gruppe hat währenddessen das Data Center besichtigt. Um dieses kurz zu beschreiben: „Lagerhalle groß, Beleuchtungstechnik gut“. Obwohl das Wetter regnerisch war haben wir beide Ziele auf dem CERN-Gelände in Meyrin fußläufig erreicht. Kurz darauf wurde uns schon eher bewusst welche Bedeutung dieser Ort wirklich hat, da wir dem Physiker Michael Hausschild (ein CERN-Urgestein) während eines Q&A ganz viele Fragen zum CERN uvm. stellen durften. Dabei haben wir von dem LEP (einem früheren Großprojekt am CERN) bis zu SuSy (Theorie der Supersymmetrie) über diverse Themen diskutiert.

Nach dem Mittagessen fuhr unser Shuttle von Meyrin nach Cessy zum CMS-Experiment (Detektor von Zerfallsprodukten bei Proton-Proton-Kollisionen). Dort haben wir u.a. den Kontrollraum und den Serverraum besichtigt. Auch wenn der Film „Illuminati“ unrealistisch ist, den Augenscanner gibt es wirklich, wie wir selbst gesehen haben. Das Beste an diesem Ausflug war die Fahrt mit dem Fahrstuhl 100 Meter unter die Erde, wo wir uns die Gänge rund um den CMS-Detektor, dem wir wegen des hohen Unfallrisikos nicht näherkommen durften, angesehen haben. Nach einem weiteren Shuttle-Transfer zurück, folgte eine Präsentation des CLiC (ein mögliches Nachfolgeprojekt des LHC) über den wir dann mit den anderen Workshopteilnehmern diskutiert haben.

Nach dem Abendessen trafen sich alle Workshopteilnehmer im Council Chamber und schauten den Film „Particle Fever“ (Hintergrundgeschichte der Entdeckung des Higgs-Bosons). Hierbei realisierten wir erstmals die Bedeutung dieses Ortes, da wir einerseits am nächsten Tag einige wichtige Wissenschaftler, die im Film zu sehen waren, in der Mensa sahen und andererseits die Umgebung im Film wiedererkannten.

Freitagmorgen begann mit einer Zeitreise über die Geschichte des CERN und besonders des Synchrocyclotron (der erste Beschleuniger am CERN). Hierbei hat man besonders stark den Unterschied zwischen dem damaligen und dem heutigen „Forscherspirit“ gemerkt. Damals saß ein Forscher mit einer Tafel und Kreide in seiner dunklen Kammer und heutzutage sind die Forscher 24/7 im Austausch. Dadurch hat man das Gefühl, dass die Mitarbeiter des CERNs nicht arbeiten um zu leben, sondern leben um zu arbeiten.

Nach der Zeitreise durften wir endlich selbst experimentieren. Wir wurden wieder in zwei Gruppen unterteilt. Während die eine Gruppe mehrere Nebelkammern baute und dann Teilchen beobachtete, hat die andere Gruppe mithilfe einer Röntgenröhre ein Rätsel gelöst. Wir (Christian und Johanna) sind uns einig, die Theorie der Röntgenröhre ist spannender als das Röntgen selbst. Ein Tipp am Rande: Sollte man in Zukunft unter Schlafstörungen leiden, kann man sich einen Livestream der Nebelkammer des CERN im Internet anschauen. Dies wirkt sehr beruhigend. Insgesamt haben uns die Experimente aber sehr gut gefallen.

Niels Madsen hat uns nach dem Mittagessen noch einiges über sein Projekt zur Antimaterie erzählt. Sein Vortrag war ebenfalls ziemlich cool.

Die Schnitzeljagd durch Genf hat dann noch die kulturelle Seite abgedeckt und wir haben viele Teile der Stadt gesehen. Besonders schön war der Lac Lémon und der Stuhl vor dem UN-Gebäude. Die Schnitzeljagd endete dann beim gemeinsamen Abendessen mit Käsefondue im Restaurant. Dieses hat den Tag perfekt abgerundet.

Unsere letzte Station war am Samstagmorgen die Magnettesthalle (SM18). Auch dort wurden wir wieder in drei Gruppen aufgeteilt und jede Gruppe hat erfahren, wie die Magnete für den LHC funktionieren.

Zum Schluss wurden der ganzen Gruppe noch verschiedene Folgeprojekte vorgestellt. Der Abschied fiel allen ziemlich schwer, besonders am HBF in Köln als sich der Großteil der Gruppe verabschiedet hat. Die Rückfahrt ist ohne Probleme verlaufen.

Alles in allem hat uns der Workshop hervorragend gefallen. Die Teilnehmer waren alle sehr freundlich und gemeinsam haben die Veranstaltungen sehr viel Spaß gemacht. Wir freuen uns darauf, uns bald wieder zu sehen.

Johanna Kasischke (Gymnasium Rodenkirchen, Q2) und Christian Müller (Gymnasium Frechen, Q1)

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