We don’t need no education – 50 Jahre Widerstand

buc_20130711_125Die Jubiläumsaufführung des IV- Kurses 2013

Wie jedes Jahr gab der Instrumental-Vokal-Kurs der Stufe Q1 unter der Leitung von Frau Schmitz ein Sommerkonzert, das diesjährige thematisierte natürlich das 50-Jährige Bestehen des Gymnasiums. Mit „We don’t need no education“ wurde versucht, auf parodistische  Art und Weise eine Rebellion der Schülerschaft zu demonstrieren, die sich gegen „50 Jahre Unterdrückung“ wehrte. In den ersten Tagen wurden kursintern mehrere Themen und Konzepte vorgeschlagen, von welchen letztendlich die Rebellion die meisten Stimmen bekam. Um die Geschichte wenigstens ansatzweise realistisch zu gestalten, suchten wir in alten Klassenbüchern nach auffälligen Klassenbucheinträgen und wurden fündig.

Die Schüler, die tanzend im Unterricht herumliefen und mit Tomaten nach Mitschülern warfen, erkoren wir zu „Revoluzzern“ und „Helden“, einen ehemaligen Schüler mit den meisten und kreativsten Missetaten stellten wir als unseren König dar und nannten ihn Alex. Alex wurde zum Symbol des Widerstandes, er hatte mit Büchern geworfen und Lehrer beleidigt, geschwänzt und randaliert und- ein sehr kreativer Schachzug gegen das „totalitäre“ Schulsystem- sich Mund und Nase mit Tesa verklebt. Alex verkörperte also alles, wofür wir standen und wurde zum Protagonisten des Stücks.

Mit dem Skript waren auch die zu spielenden Lieder festgelegt, neben Klassikern wie „Another Brick in the Wall“ von Pink Floyd und „I want to break free“ von Queen, übten wir auch neuere Lieder wie „Funhouse“ von PINK und „Fire water Burn“ von der Bloodhound Gang, um unserer Revolution die musikalische Varietät zu verleihen. Die Vorbereitungszeit bestand also hauptsächlich aus der Ideenfindung, dem Feilen am Skript, dem Einstudieren der Lieder und Rollen, sowie der Beschaffung von Requisiten.

Am 11. Juli war dann der Tag des Aufstands. Der Tag der Revolution. Und wie wahre Rebellen fanden wir uns alle pünktlich in der Schule ein und stärkten uns erstmal bei Eistee und Haribo.

Um 19 Uhr stellten sich die Revolutionäre zum Kampf gegen den Klassenfeind auf – im wahrsten Sinne des Wortes! „We don’t need no education!“, brachten wir Schüler unseren Lehrern entgegen. Nach der Pause, in der wir fleißig Speisen und Getränke zugunsten unserer Abi-Kasse verkauften und wo besonders engagierte „Rebellen“ ausgezeichnet wurden, gaben wir noch einmal alles, zerfetzten Bücher und sangen uns die Kehlen aus dem Leib.

Unser Aufstand zeigte Wirkung – von der Bühne aus blickten wir in die verängstigten, aber auch faszinierten Gesichter des Publikums. Doch bevor es zur kompletten Zerstörung des Systems und unserer Schule kommen konnte, schritt Herr Zimmers ein und wir mussten einsehen: Eigentlich fühlen wir uns ganz wohl hier. Denn trotz allem lernen wir hier doch vor allem eins: selbstständiges Handeln und Durchsetzungsvermögen.

Auch die Kritiken der Zuschauer bezüglich unserer Jubiläums-Aufführung waren überwiegend positiv. Aber ob diese Begeisterung von unserem Widerstand herrührte? Wahrscheinlich haben wir sie eher mit dem Geburtstagsständchen inklusive Konfetti und Luftschlangen versöhnlich stimmen können.

Tamara Schink und Leah Biebert

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