Postalm 2013

DSC_0670Nach dem üblichen Koffer- und Verkehrschaos auf dem Lehrerparkplatz, der Visite, den letzten Medikamenteanweisungen und vermutlich einigen Abschiedstränen, startete der Buskonvoi am 17. Januar pünktlich um 21.00 Uhr in Richtung Postalm. Der Doppeldeckerbus traditionell mit unseren Veteranen besetzt, der b-c-Bus unter der Aufsicht von Wolf, Rössner und Sieb und der a-b-Bus mit Joswig, Herzmann und Pernsot.

Die b-c Kinder mussten gleich zu Beginn der Fahrt Rainhard Fendrichs „Ski foan“ ertragen, gefolgt vom IQ-0 Lied „Jede Zelle“, dem IQ-40 Song „Tacata“ und abschließend dem Millowitsch Klassiker „Ene Besuch im Zoo“. Dieses Lied war auf Grund des gleichnamigen Karnevalmottos pädagogisches „Pflichtchanson“ oder Schangsong wie wohl der Kölner sagen würde. Danach konnten sich die Kinder erst einmal erholen und sich ihren Handys, Touches und sonstigen Daddlgeräten widmen. Es gab auch einige Kinder, die die  Konversation pflegten!!

[Kleine Randnotiz eines erzkonservativen Lehrers, der selbst ein Daddlgerät besitzt: „Ich bin dafür, auf der nächsten Skifahrt sämtliche elektronischen Geräte (auch die Handys) zu verbietenJ.“]

Die Bedingungen für den Busfahrer waren nicht sonderlich. Es herrschte größtenteils Schneetreiben. Wir hatten jedoch nie das Gefühl gefährdet zu sein. Der Fahrer navigierte uns sicher durch den Schneematsch. Nach 3 Folgen der IQ-90- Simpsons wurden gegen 01:00 Uhr die Lichter ausgemacht und die Konversation verboten. Daddln war natürlich weiterhin erlaubt. Dann war es auch schon 05:00 Uhr und wir standen am Fuße der Postalm.

Den folgenden Schneekettenauflegekontest verloren wir haushoch. Ich fühlte mich zurückversetzt in meine eigene Kindheit, als mein Vater in den späten 70ern auf verschneiten Hochschwarzwaldstraßen auf dem Weg zur Flutlichtpiste versuchte, uralte Schneeketten aufzulegen und dabei ständig fluchte und sich Frostbeulen holte.

Trotz der tatkräftigen Hilfe von Frau Wolf waren die anderen Busse wesentlich schneller fertig. Und dies obwohl sie eine halbe Stunde später begannen. Herr Sieb und Herr Rössner saßen derweil im warmen Bus. Die Emanzipation ist am Frechener Gymnasium, das vielleicht bald Marry-Curry-Gymnasium heißen wird, weit vorangeschritten. Zu meiner Verteidigung kann ich nur noch anmerken, dass ich Frau Wolf wenigstens meine Handschuhe zur Verfügung stellte, kurz bevor sie Frostbeulen bekam. Gegen 7:00 Uhr ging es weiter. Die Schneeketten klackerten wie damals in den späten 70ern an den Kotflügel. Also wieder anhalten, Ketten spannen, fluchen, Frostbeulen holen und weiterfahren. Oben angekommen war dann offensichtlich, dass man es auch leicht ohne Schneeketten geschafft hätte. Aber unsere Sicherheit ging natürlich vor.

Die Bäume waren schneebedeckt. Es hatte über Nacht mindestens 10 cm geschneit, schönster Pulverschnee, und es schneite immer noch. Die ersten Schneebälle flogen und der erste Kranke meldete sich, das Gesicht weiß wie Schnee. Die Zimmer waren noch nicht bezugsfertig. Also durfte der Kranke erst einmal eine freie Couch belegen. Es sollte nicht der letzte Fieberkranke sein. Am Ende war es wohl ein gutes Dutzend. So viel wie noch nie. Im Nachhinein betrachtet war es jedoch ein ganz guter Schnitt, wenn man sich die Krankheitsfälle in den einzelnen Klassen in Frechen anschaute. Am letzten Montag fehlten allein in der Klasse 5a 9 Kinder.

Am Mittwochmorgen wollte und konnte Frau Wolf die Verantwortung dann nicht weiter übernehmen. Der Arzt wurde bestellt. Sechs Schüler durften zur Visite. Der Kranke, der den größten Nutzen aus dieser Visite zog, war Schüler X dessen teuer erstandene Medizin noch ungeöffnet am selben Abend zu Bruch ging. So weit ich weiß, ist er trotz der widrigen Umstände noch am Leben.

Es gab natürlich nicht nur Krankheit auf der Skifahrt. Trotz meiner hervorragenden 10-Fingertechnik möchte ich jedoch die übrigen angenehmen wie unangenehmen Ereignisse der Skifahrt in Stichworten ohne System wiedergeben:

P.P.; Traumwetter; Tauwetter; Nebel; Über den Wolken; 30 Heißluftballone; Öschi mit Hund; Zirbn; Jil und Lena fallen aus dem Lift I; Jil und Lena fallen aus dem Lift II (An derselben Stelle); Nein! Ihr dürft nicht Tiefschnee fahren; Nein! Ihr dürft nicht Schuss fahren; Ich sagte doch, ihr sollt nicht Schuss fahren; Pommes; Skiwasser; Schnitzel; leckeres Essen; 1 bis 2 Mal nicht ganz so leckeres Essen; Schülerfrage1: „Warum bekommen die Lehrer Frühstückseier und wir nicht?“, Antwort: Große dürfen alles, Kleine aber nix……:); Schülerfrage 2: „Warum drängeln die Lehrer machmal bei der Essensausgabe?“, Antwort: Weil sie sonst keine Zeit haben, sich um die täglich anfallenden 1000 Dinge zu kümmern, weil sie brav ihre Suppe essen und weil: Große dürfen alles, Kleine aber nix……;  Lehrer versuchen Schüler zum Suppe essen zu bewegen; Red Bull Pyramide; Jungs im Mädchenzimmer; Mädchen im Jungszimmer; Mädchen unter Tisch im Jungszimmer; Zuvor Mädchen im Bett im Jungszimmer??; Müll; Toilettenputztag; T-Shirt Peter; Sportschau auf der blondn Hüttn; Schüler in der blondn Hüttn; Colazinnkrug auf der blondn Hüttn; Lehrer in der blondn Hüttn; Wos is in dem Eierl? A wunderschönes Vogerl. Vogerlimeierleierlimnesterlnesterlamzweigerlzweigerlamasterlasterlamostostam baumbauminderau…; Maxi vor der Hütte; Pauline kopfüber im Schnee; Jari und Jasper: „nur keine Eile“; Rodln; Nachtwanderung; Sternenhimmel; auf dem Hosenboden rutschen; Iglu; Liebe; Liebeskummer; ich hab Bauchweh; kann vor Liebeskummer nicht laufen; mir ist schlecht, ich habe Kopfschmerzen; ich finde meine Handschuhe nicht; ich habe die Skikarte in meiner anderen Jacke; Können wir Sessellift fahren?; Schuss ist halt doch am schönsten; Hirsch; Karl; Angela; Schülerfrage 3: Warum kriegen die Lehrer abends um 22.30 Uhr noch Schnittchen? Antwort: Weil vertraglich mit Frau Bold festgelegt wurde, dass wir pro Tag mindestens 5000 Kalorien zu uns nehmen müssen. Wir haben daran KEINEN Spaß, das müsst ihr uns glauben!! Wer sich nicht an die Zielvorgaben hält, wird entlassen; Dr. Sommer alias Frau Vollmer, Frau Luepsen und Frau Keßler; kurtn; Wo ist Kurt?; Wird heute das Kreuzband halten?; Wo ist die Zelle?; Wo ist der zweite Benny?; Noch einen Ski bitte; die sind ja gar nicht hübsch; Schneeballschlacht; Schneeball klatscht mittig auf Stirn; Kein Beinbruch; eine Nacht im Krankenhaus; changing sexes; T-Shirt bemalen; Disco; Break Dance; Tritt auf Tobi; Sie sprechen ja Englisch?? Für einen Mathelehrer nicht übel; Kickern; Billardspielen; Tischtennisturnier; Poker; Tränen; Skischuhkellerduft; eine Zehntel vor PET trotz gewachster Ski; zwei etwas schnellere Abfahrten mit den vier schnellen Damen ohne die zwei Trötn:); tacabro; Nerds hinten links; Gummibärchenschlacht; angebissenes Stück Traubenzucker; Frangndisco; Kickerkönig Poll; Kreuzworträtsel; Doppelkopf; Dienstbesprechung; Horrormäckes………………….

Das Schlusswort muss natürlich Rainhard haben:

Und wann der Schnee staubt, und wann die Sunn‘ scheint,
dann hob‘ i olles Glick in mir vereint.
I steh‘ am Gipf’l, schau obe in’s Tol,
a jeder is‘ glicklich, a jeder füh’t si wohl, und wüll nur

Schifoan,
Schifoan,wohwohwohwoh
Schifoan, weu Schifoan is‘ des Leiwandste, wos ma si nur vurstöll’n ko.

 lg SIE

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