„Behinderung“

Der Kern des Problems mit dem Begriff Behinderung liegt vor allem in der Unterscheidung von Menschen „mit“ und „ohne“ Behinderung und damit in der Konstruktion von zwei unterschiedlichen Gruppen, von denen die eine als normal definiert ist und die andere eben als nicht normal.

Die Grenzziehung zur Behinderung ist dabei letztlich willkürlich, dennoch ist das Etikett „behindert“ in unserer nicht barrierefreien Gesellschaft für die meisten Betroffenen gleichbedeutend mit einem Ausschluss aus dem „normalen“ Leben. Und für die „Nichtbehinderten“ ist dies ein so starkes Signal, dass dahinter die Persönlichkeit des Menschen in Vergessenheit zu geraten droht. Die UNESCO hat in ihrer Salamanca-Erklärung von 1994 noch einmal darauf aufmerksam gemacht, dass Behinderung nicht als individuelles Schicksal, sondern stets in der Wechselwirkung mit der Umwelt zu sehen ist. […] In einer Gesellschaft, die dem Idealbild der völligen Barrierefreiheit nahekommt, wird die gleiche Behinderung [,die ggf. in anderen Gesellschaften zu einer kompletten Ausgrenzung der Betroffen führt,] für das Leben der Betroffenen keine Rolle spielen. […]

(mittendrin e.V. (Hrgs.): Eine Schule für alle – Inklusion umsetzen in der Sekundarstufe, Verlag an der Ruhr, Mühlheim an der Ruhr: 2012, S. 11f.)

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