Sporthelferkonzept

Sporthelferausbildung – Sporthelferkonzept am Gymnasium Frechen 

1. Sporthelfer – Was ist das?

Sporthelferinnen und Sporthelfer sind speziell ausgebildete Schülerinnen und Schüler an Schulen, die Bewegungs-, Spiel und Sportangebote für Mitschülerinnen und Mitschüler im außer-unterrichtlichen Sport und im Ganztag ihrer Schule gestalten und durchführen. Dazu gehört:

  • die Initiierung und Durchführung von Spielen für drinnen und draußen in den Pausen und in der Übermittagsbetreuung
  • die Ausgabe von Spielgeräten und -materialien in den Pausen
  • die Leitung von Schulsportgemeinschaften
  • das Mitwirken und Organisieren von Schulsportfesten, sportorientierten Projekten und Schulfahrten
  • die  Mitwirkung in den Mitbestimmungsgremien der Schule wie zum Beispiel der Fachkonferenz Sport
  • die Schülerselbstverwaltung
  • und der Einsatz von Sporthelferinnen und Sporthelfern in Sportvereinen

Ausgebildete 14-17 jährige Sporthelfer/innen können an einer Gruppenhelfer II-Ausbildung teilnehmen. Diese vertieft die Inhalte der Sporthelferausbildung. Die Sporthelfer- und Gruppenhelferausbildung II wird anerkannt als Basismodul für die Übungsleiter-C-Lizenz.

2. Sporthelfer am Gymnasium Frechen

Die Ausbildung für Sporthelferinnen und Sporthelfer richtet sich an Jungen und Mädchen der 8. und 9. Klassen, die daran interessiert und dazu geeignet sind, Bewegungs-, Spiel- und Sportangebote für Kinder und Jugendliche in der Schule oder auch in Sportvereinen zu organisieren und zu betreuen. Um sich als Sporthelfer/in zu qualifizieren, müssen die Schülerinnen und Schüler nicht Mitglieder in einem Sportverein sein.

Am Gymnasium Frechen wurden im April und Mai 2010 erstmals 22 Jungen und Mädchen der Jahrgangsstufen 8 und 9 in einem 4-tägigen Kompaktseminar zu Sporthelfern und Sporthelferinnen ausgebildet. Die hierfür speziell qualifizierten Ausbilder Lisa Horstmann und Markus Horstmann koordinieren seit Juli 2010 den innerschulischen Einsatz der Sporthelfer.

Zurzeit sind 16 Sporthelfer pro Woche im Einsatz, von denen zwei eine Ballsport-AG im Pflichtbereich der Fünftklässler betreuen und 14 weitere täglich Sportangebote für die Ganztagskinder in deren Mittagspause anbieten. Hier werden auf dem Schulhof und in der Pausenhalle des Gymnasiums kleine Spiele, Fang- und Ballspiele, Turniere, Billard-, Kicker- und Airhockeyvariationen angeboten. Hilfreich dabei ist der Materialwagen samt zahlreichen Spielgeräten und Bällen, der dank der Gelder aus dem Sponsorenlauf angeschafft werden konnte. Informationen zu den täglich wechselnden Angeboten finden sich am Ganztagsbrett, das die Sporthelferinnen und Sporthelfer selbst gestalten und aktualisieren.

Natürlich werden die ausgebildeten Sporthelferinnen und Sporthelfer bei ihren vielfältigen Einsätzen im Schullalltag nicht alleine gelassen. Die Ausbildungslehrer fungieren als Begleiter und Mentoren. Desweiteren findet wöchentlich ein gemeinsames Treffen für einen Erfahrungsaustausch statt.

Für ihr regelmäßiges Engagement für die Schule erhalten die Sporthelferinnen und Sporthelfer ein kleines Honorar.

Zusätzliche Einsatzgebiete der Sporthelfer sind:

Die Mitgestaltung und Präsentation des Sporthelferprogramms am Tag der Offenen Tür, der Einsatz bei Schulturnieren sowie Hilfe bei der Abnahme des Sportabzeichens und Unterstützung der Schüler der Gesellschaftsspielausgabe in der Mittagspause.

3. Einordnung und Bedeutung

Die Sporthelferausbildung findet ihre Bedeutung in vielerlei Hinsicht wieder. Erstens kommt sie dem Sporthelfer selbst, dem individuellen Schüler zugute, indem ein immenser Zuwachs zur Persönlichkeitsbildung geleistet wird. Der Schüler erfährt den Wert von Partizipation, Teil eines großen Ganzen zu sein und daran mitzuwirken. Hier werden durch Selbständigkeit und Eigenverantwortlichkeit Grundsteine der Persönlichkeitsentwicklung gelegt.

Außerdem eröffnen sich durch die Teilnahme an der Ausbildung schon in kleinem Maße berufliche Perspektiven, denn die Sporthelferausbildung kommt der Gruppenhelferausbildung I des LSB gleich. Jederzeit kann der Einzelne selbst darauf aufbauen und an Weiterbildungsmaßnahmen, beispielsweise zur Trainerausbildung, teilnehmen.

Weiterhin profitiert die Schule nicht nur im Rahmen des Ganztags von der Arbeit der Sporthelfer. Die Sporthelfer sind Teil des ganzheitlichen Konzepts des Ganztags des Gymnasiums Frechen und finden vor allem auch hier ihren Einsatz. Somit profitieren nicht nur die Sporthelferinnen und Sporthelfer selbst, sondern auch die anderen Schüler der Schule vom Sporthelfer-Konzept. Ihnen wird in der Mittagspause ein Angebot von gleichaltrigen oder älteren Schülern gemacht, das es ihnen ermöglicht, ihre Pause kreativ und abwechslungsreich zu gestalten und dabei soziale Kontakte auch außerhalb des eigenen Klassengefüges zu knüpfen.

Durch den Einsatz der Sporthelfer wird das Profil der Schule gestärkt und das Spiel- und Sportangebot im Schullalltag sowie im Ganztag gestärkt. Das Schulleben wird mitgeprägt durch das sportliche Engagement der Sporthelferinnen und Sporthelfer für die anderen Jugendlichen. Ihre Bereitschaft zur Übernahme von Mitverantwortung und Mitgestaltung des schulischen Lebens fördert die Identifikation mit „unserer“ Schule. Außerdem leisten sie damit einen wesentlichen Beitrag zu einer ganzheitlichen Gesundheitsförderung.

Wie schon erwähnt haben die Schüler durch den Erwerb des Zertifikats des Sporthelfers eine erste Grundlage zur Mitarbeit im Verein erworben. Hier wird somit die nächste Bedeutung der Sporthelferausbildung deutlich: Die Förderung von Vereinsmitarbeit und der Beitrag zur Kooperation von Schule und Verein.

Das Engagement der ausgebildeten Sporthelferinnen und Sporthelfer wird auf dem Zeugnis dokumentiert und ist ein wesentlicher Pluspunkt, z.B. bei Bewerbungen, denn mit der Ausbildung und im Einsatz sammeln die Jugendlichen wertvolle Erfahrungen für ihre persönliche und berufliche Entwicklung.

4. Lernbereiche der Ausbildung

Schülerinnen und Schüler werden von speziell fortgebildeten Sportlehrkräften in einer mindestens 30 Lerneinheiten umfassenden Ausbildung zur Sporthelferin oder zum Sporthelfer qualifiziert. Die Ausbildung wird durchgeführt an der eigenen Schule oder auch in einem Schulverbund. Die 30 Lerneinheiten werden in vier Lernbereiche unterteilt.

Der Lernbereich 1 beinhaltet die Themen „Sich als Sporthelferinnen und Sporthelfer finden“ und „Person und Gruppe“ und umfasst mindestens 6 Lerneinheiten.

Der Lernbereich 2 beinhaltet das Themen „Bewegungs- und Sportangebote erleben und sich damit auseinandersetzen“ und umfasst mindestens 10 Lerneinheiten.

Der Lernbereich 3 beeinhaltet das Thema „Beteiligung bei der Planung, Durchführung und Auswertung von Angeboten“ und umfasst mindestens 10 Lerneinheiten.

Der Lernbereich 4 beinhaltet das Thema „Schule, Sportverein und organisierter Sport“ und umfasst mindestens 4 Lerneinheiten.

Eingebettet in die Lerneinheiten sind die Themenblöcke Erste Hilfe und Rechtsangelenheiten.

Während der Sporthelferausbildung am Gymnasium Frechen wurde insbesondere Wert auf die ständige Theorie-Praxis-Verknüpfung gelegt, so dass nie Theorieblöcke isoliert erarbeitet wurden. Vielmehr wurden die Schüler ständig angehalten, Gelerntes unmittelbar umzusetzen und mit der Lerngruppe zu erproben. Die Lerneinheiten wurden sowohl in einer Halle als auch auf dem Schulhof durchgeführt, so dass die Bedingungen für die Theorie-Praxis-Einbettung optimal waren.

5. Die Lehrerfortbildung

Die zwei Ausbilder des Gymnasium Frechens haben regulär an der Fortbildung zur Ausbildung von Sporthelfern durch die Bezirksregierung Arnsberg teilgenommen. Die Materialien, die den Ausbildern hier zur Verfügung gestellt wurden, wurden durch die Sportjugend NRW erstellt. Im Rahmen der Lehrerausbildung kamen vor allem folgende, die Organisation der Ausbildung betreffende Themen, zum Tragen: Auswahl der Schülergruppe, Dauer der Ausbildung, Gruppengröße, schulrechtlicher Rahmen und Finanzierung.

6. Planung 2011/2012

Ab Februar wird die Ausbildung für neue Sporthelfer im Rahmen einer AG stattfinden.

Desweiteren ist die Einbeziehung der kleinen Turnhalle in der Mittagspause und die Betreuung und Gestaltung des Angebots dort durch die Sporthelfer geplant.

Die Sporthelfer haben individuell die Möglichkeit, fachverbandsspezifisch weiteraufbauende Qualifizierungsmaßnahmen zu Übungsleitern bzw. Jugendleitern zu durchlaufen.

Lisa und Markus Horstmann

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