Comeniusfahrt nach Kreta

kretaVom 03. bis 07. Dezember besuchte eine kleine siebenköpfige Delegation des Gymnasiums Frechen unter der Leitung von Paul Feltes die gastgebende Partnerschule in Ierapetra auf Kreta, das General Lyceum of Makri Gialos. Dies war das zweite Treffen innerhalb des zweijährigen Projektes zum Thema „Climate, Culture and Nature – the responsibility for our European Future”, nachdem das Auftakttreffen im September in Frechen stattgefunden hatte (siehe auch den Bericht vom 04. Oktober).

Erstmalig beteiligten sich neben Lehrerinnen und Lehrer auch Schülerinnen und Schüler aus insgesamt sieben EU-Staaten an den vielseitigen Präsentationen, Workshops und Exkursionen. Die über 30 Gäste hatten in den drei Tagen bei Sonnenschein, 20 Grad und bester Laune ein umfangreiches Programm zu absolvierten und besichtigten die Laboratorien und Gewächshäuser der „Agrosystem Group“ sowie die typisch kretischen Olivenölplantagen und die Sitia-Anlagen zur ÖlgewinnungDer zentrale Workshop-Beitrag des Gymnasiums Frechen stieß auf großes Interesse bei den Teilnehmern: Die auf Englisch zu haltende Präsentation der preisgekrönten Trickfilmstudios durch die Schülerinnen und Schüler unter Annette Jachs Federführung und der anschließende Workshop, der allen viel Spaß bereitete (siehe auch den Bericht vom 23. September).

Schließlich kam der interkulturelle Austausch auch nicht zu kurz. Die Schülerinnen und Schüler, die in Gastfamilien untergebracht waren, haben nicht nur Einblicke in das Leben in Griechenland erhalten, sondern auch erste Kontakte und vielleicht auch Freundschaften mit den Schülerinnen und Schülern auch aus anderen teilnehmenden Ländern geschlossen.

Besonders beeindruckend waren die Freundlichkeit und Herzlichkeit, die uns auf Kreta entgegengebracht wurden, aber auch die große Solidarität, die trotz oder gerade wegen der schwierigen wirtschaftlichen Lage unter den Kretern zu beobachten war.

Mihael Langauer

Aimee Cammiade (Jg. EF) beschreibt im folgenden Bericht ihre Erlebnisse:

Comenius Kreta 2012

An einem Projekt wie Comenius teilnehmen zu dürfen war sehr aufregend. Es war ein großes Abenteuer. Nach unserem ersten Treffen waren viele Fragen bezüglich der Reise geklärt worden, aber mit jeder geklärten Frage öffnete sich auch eine Neue. Besonders spannend waren die Fragen nach den Gasteltern. Sind sie nett, wie leben sie, werden wir einzeln oder zu zweit in den Familien untergebracht werden, verstehen wir uns mit den anderen Schülern? Über Facebook traten wir mit unseren Gastfamilien in Kontakt. Es war beruhigend festzustellen, dass sie gut Englisch sprachen und es fast keine Probleme mit der Kommunikation gab. Wir hatten ca. eineinhalb Wochen Zeit uns über Facebook etwas kennen zu lernen und die wichtigsten Fragen zu klären.

Unsere Reise begann an einem kalten, dunklen Morgen im Dezember. Morgens um 6 Uhr ging es von Königsdorf nach Köln und dort mit dem ICE weiter nach Frankfurt. Als der Zug auf der Strecke wegen einer technischen Störung stehen blieb, machte sich bei den begleitenden Lehrern Nervosität bemerkbar. Da wir ein enges Zeitfenster hatten, aber zum Glück wurde die Störung schnell behoben. Plötzlich lag überall Schnee, es schneite immer weiter. Am Frankfurter Flughafen angekommen schneite es auch dort, der Schneefall ließ nicht nach! Zum Glück beeinflusste dies unseren Abflug nicht.

Unbenannt2In Athen angekommen war der Temperaturunterschied gewaltig – in Frechen war es 0 Grad gewesen, hier in Athen zeigte das Thermometer 17 Grad an. Wahrscheinlich hat dieser Temperaturunterschied auch dazu geführt, dass sich unsere Reisegruppe in zwei Gruppen teilte. Frau Jach, Miett und ich hatten den anderen Teil der Gruppe verloren und irrten durch den Flughafen in der Hoffnung Herrn Feltes, Herrn Langauer, Michael und Stefan wieder zu finden. Nach zwei Telefonaten mit Herrn Feltes haben wir uns endlich wieder gefunden und konnten weiter nach Kreta reisen.

Dort trafen wir auf andere Teilnehmer des Comenius Projekts. Die Teilnehmer des Kretaprojekts kamen aus Spanien, Lettland, Bulgarien, Polen, Griechenland und Deutschland. Mit den beiden Mädchen aus Spanien verstanden wir uns auf Anhieb sehr gut. Nach 2 ½ Stunden Wartezeit am Flughafen in Heraklion fuhren wir mit dem Bus weiter nach Irapetra. Leider konnten wir von Kreta nicht viel sehen, da es schon dunkel war. Der Bus war überfüllt, einige Fahrgäste mussten auf dem Boden sitzen. In Irapetra lernten wir unsere Gastfamilien kennen, die uns nach Hause brachten. Wir gingen früh ins Bett, da es ein langer Tag gewesen war.

Unbenannt3Am nächsten Morgen sollte um acht Uhr die Schule beginnen, doch wir lernten schnell, dass Uhrzeiten in Griechenland locker genommen werden. Die Schüler der kleinen Schule waren sehr freundlich und begrüßten uns alle. Nach zwei Stunden Unterricht versammelten wir uns im Tagungsraum.

Weitere drei Räume waren für das Projekt reserviert. Nachdem wir uns an einem enorm großen Buffet gestärkt hatten, wurden die verschiedenen Projekte vorgestellt: Z.B. ein tauchender Roboter, den die Griechen gebaut hatten. Wir stellten unsere Trickfilme vor, die wir mit Frau Jach im Unterricht gedreht hatten. Am Abend trafen sich alle Schüler bei einem griechischen Schüler zu Hause. Dort haben wir einen Film geschaut und Gyros bestellt. Alle haben sich super verstanden und es hat sehr viel Spaß gemacht.

Am zweiten Tag haben wir ein experimentelles Gewächshaus besichtigt. Die Experimente, die uns hier gezeigt wurden, waren sehr interessant. Im Schülerbus herrschte eine tolle Stimmung. Es wurde gesungen und Quatsch gemacht. Abends sind wir wieder alle zusammen weg gegangen. Wir sind in ein kleines Restaurant gegangen und haben einen griechischen Tanz gelernt.

Am letzten Tag haben wir bei der Olivenernte und der Olivenölproduktion zugeschaut. Am letzten Abend haben wir uns alle in einer kleinen Strandbar getroffen, die dem Vater eines Schülers gehört. Wir haben unseren Abschied gefeiert, da am nächsten Tag alle abreisen mussten. Alle haben getanzt und sich nochmal mit allen Leuten unterhalten und Spaß gehabt. Am Ende des Abends waren alle traurig, da wir uns von einander verabschieden mussten.

Am nächsten Morgen ging es für uns mit dem Bus wieder zum Flughafen in Heraklion. Der Abschied fiel uns allen sehr schwer, da wir mit den anderen Schülern und unseren Gasteltern wirklich Freundschaft geschlossen hatten. In Athen blieben wir eine Nacht. Dort trafen wir dann noch einmal die Schüler und Lehrer aus Spanien. Auf der Suche nach einem Restaurant landeten wir in einer kleinen Gaststätte, die von einem Griechen aus Leverkusen betrieben wurde. Danach schauten wir uns die Altstadt von Athen an. Das Beste an unserem kleinen Hotel war ein Aufzug, der an einen Käfig erinnerte.

Unbenannt4Am letzten Morgen sind wir noch kurz zum Markt gegangen. Am Flughafen trafen wir, zu unserer großen Freude, wieder auf unsere Freunde aus Lettland und Spanien.

Auf dem Flug nach Frankfurt gab es ein Problem. Da es in Deutschland den ganzen Tag geschneit hatte konnten wir nicht in Frankfurt landen. Wir wurden nach Nürnberg umgeleitet. Nachdem das Flugzeug frisch betankt worden war, konnten wir weiter nach Frankfurt fliegen. In Frankfurt ging dann noch der Koffer von Herrn Langauer verloren, fand sich aber zum Glück rechtzeitig wieder und wir konnten zusammen mit dem ICE nach Köln fahren.

Die ganze Reise war ein sehr schönes Erlebnis. Wir haben viele neue Freunde gefunden, mit denen wir zum Glück immer noch Kontakt haben. Zu Weihnachten haben wir Weihnachtsgrüße geschrieben – einen Brief aus Lettland hatte ich vorher noch nie bekommen – und wollen auf jeden Fall auch noch länger in Kontakt bleiben. Vielleicht wird uns eine der spanischen Schülerinnen im Sommer besuchen.

Einfach toll!!

Das nächste Comenius-Treffen findet vom 18. bis 20. März in Italien statt und führt die Frechener Teilnehmer an die Ostküste Siziliens nach Acireale am Fuße des Etnas.

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