POL&IS- drei Tage Politik hautnah
Einige Tage vor dem Planspiel
wurden uns elf verschiedene Weltregionen zugeteilt. Innerhalb jeder Region
gab es drei Positionen zu besetzen: Regierungschef, Staatsminister und Wirtschaftsminister.
Außerdem spielten jeweils zwei Schüler die Rollen der Weltbank, der Weltpresse
und der NGO´s (Nichtstaatliche Organisationen). Die Leitung und die Rolle
der UN-Generalsekretäre wurden von zwei Jugendoffizieren übernommen.
Während der drei Tage haben
wir insgesamt drei ‘POL&IS’ Jahre“ durchgespielt:
Am ersten Tag bekamen wir
eine Einweisung in die komplexe ‘POL&IS’-Welt. Die erste Aufgabe bestand
darin, wichtige Informationen über die eigene Region herauszufinden, die die
Regierungschefs in der ersten UN-Vollversammlung präsentierten. Nachdem alle
einen kleinen Einblick in die Vorzüge und Probleme der Regionen bekommen hatten,
wurden die einzelnen Rollen erklärt. Dafür gingen alle Wirtschaftsminister in
den sogenannten Wirtschaftsraum, um dort die Ressourcen der eigenen Region zu
überblicken und zu erkennen, bei welchen Ressourcen Defizite durch geschickten Handel
ausgeglichen werden müssen.
Währenddessen wurde den
Staatsministern anhand einer Karte Größe, Stärke und die Ausrüstung ihrer
Streitkräfte erklärt. Außerdem mussten sich die Staatsminister einen Überblick
über bereits bestehende Verträge verschaffen, die z. B. Abrüstungsverpflichtungen
enthielten.
Die
Aufgaben der Regierungschefs war es, Verträge mit anderen Regionen zu schließen
und neue politische Programme auszuarbeiten.
Nach dieser Einweisung
versuchten alle, ihre Region möglichst gut durch das erste Jahr zu führen. Ob
dies erfolgreich war, wurde zu Beginn der zweiten UN-Vollversammlung (durch die
Weltbank) tabellarisch dargestellt. Große Defizite oder besonders gute
Programme wirkten sich im nächsten ‘POL&IS’-Jahr aus.
An dem zweiten und dritten
Tag begannen die ‘POL&IS’ Jahre mit den fiktiven Nachrichten der
UN-Generalsekretäre, die für uns alle neue Herausforderungen bedeuteten. Solche
Beeinflussungen waren meist innerpolitische Probleme (z.B. Kinderarbeit oder
Korruption), aber auch Naturkatastrophen oder Epidemien (z.B. Flutwelle oder
Vogelgrippe). Die einzelnen Regionen mussten sich also auf die neue Situation
einstellen und ihre Politik dieser anpassen.
Während des zweiten ‘POL&IS’-Jahres
wurde auch die Bedeutung der Weltpresse offensichtlich. Diese versuchte
natürlich auf der einen Seite seriös zu berichten, auf der anderen Seite waren
aber alle Regionen auch vor Falschmeldungen, die sie negativ beeinflussten,
nicht sicher. Wir lernten schnell, warum sich Politiker möglichst unkonkret
ausdrücken.
Jedes Jahr (= jeder Tag der
Simulation) endete wieder mit einer UN-Vollversammlung, in der die Regionen
ihre Politik des vergangenen Jahres schildern und den anderen Regionen sowie
der Presse die Möglichkeit gaben, Fragen zu stellen.
Insgesamt waren die drei Tage
für uns alle sehr interessant. Es war eine Möglichkeit, Politik, aber auch die
Schwierigkeiten von internationaler Zusammenarbeit, selbst zu erfahren und
somit auch das aktuelle Weltgeschehen besser verstehen zu können.