POL&IS- drei Tage Politik hautnah

 

Von Stephanie Winter

Einige Tage vor dem Planspiel wurden uns elf verschiedene Weltregionen zugeteilt. Innerhalb jeder Region gab es drei Positionen zu besetzen: Regierungschef, Staatsminister und Wirtschaftsminister. Außerdem spielten jeweils zwei Schüler die Rollen der Weltbank, der Weltpresse und der NGO´s (Nichtstaatliche Organisationen). Die Leitung und die Rolle der UN-Generalsekretäre wurden von zwei Jugendoffizieren übernommen.

 

Während der drei Tage haben wir insgesamt drei ‘POL&IS’ Jahre“ durchgespielt:

Am ersten Tag bekamen wir eine Einweisung in die komplexe ‘POL&IS’-Welt. Die erste Aufgabe bestand darin, wichtige Informationen über die eigene Region herauszufinden, die die Regierungschefs in der ersten UN-Vollversammlung präsentierten. Nachdem alle einen kleinen Einblick in die Vorzüge und Probleme der Regionen bekommen hatten, wurden die einzelnen Rollen erklärt. Dafür gingen alle Wirtschaftsminister in den sogenannten Wirtschaftsraum, um dort die Ressourcen der eigenen Region zu überblicken und zu erkennen, bei welchen Ressourcen Defizite durch geschickten Handel ausgeglichen werden müssen.

Währenddessen wurde den Staatsministern anhand einer Karte Größe, Stärke und die Ausrüstung ihrer Streitkräfte erklärt. Außerdem mussten sich die Staatsminister einen Überblick über bereits bestehende Verträge verschaffen, die z. B. Abrüstungsverpflichtungen enthielten.

Die Aufgaben der Regierungschefs war es, Verträge mit anderen Regionen zu schließen und neue politische Programme auszuarbeiten.

Nach dieser Einweisung versuchten alle, ihre Region möglichst gut durch das erste Jahr zu führen. Ob dies erfolgreich war, wurde zu Beginn der zweiten UN-Vollversammlung (durch die Weltbank) tabellarisch dargestellt. Große Defizite oder besonders gute Programme wirkten sich im nächsten ‘POL&IS’-Jahr aus.

An dem zweiten und dritten Tag begannen die ‘POL&IS’ Jahre mit den fiktiven Nachrichten der UN-Generalsekretäre, die für uns alle neue Herausforderungen bedeuteten. Solche Beeinflussungen waren meist innerpolitische Probleme (z.B. Kinderarbeit oder Korruption), aber auch Naturkatastrophen oder Epidemien (z.B. Flutwelle oder Vogelgrippe). Die einzelnen Regionen mussten sich also auf die neue Situation einstellen und ihre Politik dieser anpassen.

Während des zweiten ‘POL&IS’-Jahres wurde auch die Bedeutung der Weltpresse offensichtlich. Diese versuchte natürlich auf der einen Seite seriös zu berichten, auf der anderen Seite waren aber alle Regionen auch vor Falschmeldungen, die sie negativ beeinflussten, nicht sicher. Wir lernten schnell, warum sich Politiker möglichst unkonkret ausdrücken.

Jedes Jahr (= jeder Tag der Simulation) endete wieder mit einer UN-Vollversammlung, in der die Regionen ihre Politik des vergangenen Jahres schildern und den anderen Regionen sowie der Presse die Möglichkeit gaben, Fragen zu stellen.

 

Insgesamt waren die drei Tage für uns alle sehr interessant. Es war eine Möglichkeit, Politik, aber auch die Schwierigkeiten von internationaler Zusammenarbeit, selbst zu erfahren und somit auch das aktuelle Weltgeschehen besser verstehen zu können.