Exklusive Einblicke in die JVA in
Köln- Ossendorf Am 20.01.2010 wurde unserem
Pädagogikgrundkurs unter der Leitung von Herrn Kluck für ein paar Stunden
Einblicke in die Justizvollzugsanstalt in Köln-Ossendorf ermöglicht, um das
Thema Kriminologie, insbesondere die Jugendkriminalität, zu veranschaulichen.
Die Taschen wurden vorne abgegeben, die Personalausweise von allen kontrolliert, durch Zufallsprinzip 2 Schüler ausgewählt, die genauer überprüft wurden und schon hatten wir Zutritt zur JVA. Der Strafvollzugsbeamte Herr Kluck informierte uns in einem Einführungsgespräch über den Aufbau unseres Rundgangs. An unserer ersten Station, dem Besucherraum, erfuhren wir, wie lange und wie häufig die Angehörigen die Möglichkeit haben die Inhaftierten zu besuchen. Nur durch eine Glaswand getrennt war es uns möglich den Kontakt zwischen Angehörigen und Insassen zu verfolgen.
Die für unterschiedliche Zwecke genutzte Langzeitbesuchszelle war
unsere nächste Station. Diese dient den Gefangenen und Angehörigen als einzige
Möglichkeit sich in absoluter Privatsphäre aufzuhalten. Die Jugendhaft für Mädchen von 14-21 Jahren
im Frauentrakt war auf unserem Rundgang das nächste Ziel. Die für den Trakt
verantwortliche Beamtin schloss uns eine spärlich eingerichtete Zelle auf,
die den neuinhaftierten Mädchen für eine Nacht zugewiesen wird. Später sahen wir uns eine bewohnte Zelle einer
17- jährigen an, die zu dieser Zeit die JVA-interne Schule besuchte. Außerdem
zeigte man uns die ebenfalls in dem Trakt vorhandenen Gemeinschaftsduschen,
den Innenhof, der den jungen Frauen die Möglichkeit bietet sich für eine Stunde
draußen aufzuhalten und eine Gemeinschaftsküche in der es ihnen erlaubt ist,
als Alternative zum üblichen Essen, selbst zu kochen. Dann führte uns Herr Kluck in eine Beruhigungszelle,
die speziell für stark suizidgefährdete und psychisch instabile Insassen eingerichtet
wurde.
Der Ausbildungsbetrieb in der Wäscherei, den wir uns ansahen, zeigte
uns eine der verschiedenen Resozialisierungsbemühungen der JVA, die Gefangenen
auf ihr Leben in Freiheit vorzubereiten.
Ebenfalls wurden wir in die JVA- interne Kirche geführt, in der es den Häftlingen
sogar möglich ist Gottesdienste mitzugestalten.
Im Anschluss daran ging es in
den Konferenzraum, in dem abschließend nicht nur über den räumlichen Aufbau
der JVA, sondern auch über den Tagesablauf und die Freizeitgestaltung der Insassen gesprochen
wurde.
Insgesamt
war der Aufenthalt in der JVA ein außergewöhnlicher und sehr eindrucksvoller
Ausflug, an den wir sicher noch lange zurückdenken werden. Die gewonnenen
Eindrücke sind nicht mit den Berichten aus Lehrbüchern und Filmen zu vergleichen. Einer der eindrucksvollsten Momente war
die Besichtigung der bewohnten Zelle. Man konnte sich vorstellen, welche Gefühle,
Ängste und Sehnsüchte diesem jungen Menschen innewohnen, hatte aber gleichzeitig Bedenken in die Privatsphäre
des Teenagers ungefragt einzutauchen. Im abschließenden Gespräch waren wir
außerdem über die Vielzahl an Freizeitangeboten erstaunt, die die JVA den
Häftlingen trotz ihrer gravierenden Strafauffälligkeiten anbietet.