Exklusive Einblicke in die JVA in Köln- Ossendorf                                              
 Frederike Buck, Sabrina Ottersbach und
PatriziaThamm
                                                                                                             

Am 20.01.2010 wurde unserem Pädagogikgrundkurs unter der Leitung von Herrn Kluck für ein paar Stunden Einblicke in die Justizvollzugsanstalt in Köln-Ossendorf ermöglicht, um das Thema Kriminologie, insbesondere die Jugendkriminalität, zu veranschaulichen.

Die Taschen wurden vorne abgegeben, die Personalausweise von allen kontrolliert, durch Zufallsprinzip 2 Schüler ausgewählt, die genauer überprüft wurden und schon hatten wir Zutritt zur JVA.  Der Strafvollzugsbeamte Herr Kluck informierte uns in einem Einführungsgespräch über den Aufbau unseres Rundgangs.  An unserer ersten Station, dem Besucherraum, erfuhren wir, wie lange und wie häufig die Angehörigen die Möglichkeit haben die Inhaftierten zu besuchen. Nur durch eine Glaswand getrennt war es uns möglich den Kontakt zwischen Angehörigen und Insassen zu verfolgen.

                                                                                                                                          Die für unterschiedliche Zwecke genutzte Langzeitbesuchszelle war unsere nächste Station. Diese dient den Gefangenen und Angehörigen als einzige Möglichkeit sich in absoluter Privatsphäre aufzuhalten.  Die Jugendhaft für Mädchen von 14-21 Jahren im Frauentrakt war auf unserem Rundgang das nächste Ziel. Die für den Trakt verantwortliche Beamtin schloss uns eine spärlich eingerichtete Zelle auf, die den neuinhaftierten Mädchen für eine Nacht zugewiesen wird.   Später sahen wir uns eine bewohnte Zelle einer 17- jährigen an, die zu dieser Zeit die JVA-interne Schule besuchte. Außerdem zeigte man uns die ebenfalls in dem Trakt vorhandenen Gemeinschaftsduschen, den Innenhof, der den jungen Frauen die Möglichkeit bietet sich für eine Stunde draußen aufzuhalten und eine Gemeinschaftsküche in der es ihnen erlaubt ist, als Alternative zum üblichen Essen, selbst zu kochen.     Dann führte uns Herr Kluck in eine Beruhigungszelle, die speziell für stark suizidgefährdete und psychisch instabile Insassen eingerichtet wurde.                                 
 
Der Ausbildungsbetrieb in der Wäscherei, den wir uns ansahen, zeigte uns eine der verschiedenen Resozialisierungsbemühungen der JVA, die Gefangenen auf ihr Leben in Freiheit vorzubereiten.                                                   
Ebenfalls wurden wir in die JVA- interne Kirche geführt, in der es den Häftlingen sogar möglich ist Gottesdienste mitzugestalten.                                 
 Im Anschluss daran ging es in den Konferenzraum, in dem abschließend nicht nur über den räumlichen Aufbau der JVA, sondern auch über den Tagesablauf  und die Freizeitgestaltung der Insassen gesprochen wurde. 

Insgesamt war der Aufenthalt in der JVA ein außergewöhnlicher und sehr eindrucksvoller Ausflug, an den wir sicher noch lange zurückdenken werden. Die gewonnenen Eindrücke sind nicht mit den Berichten aus Lehrbüchern und Filmen zu vergleichen.                                        Einer der eindrucksvollsten Momente war die Besichtigung der bewohnten Zelle. Man konnte sich vorstellen, welche Gefühle, Ängste und Sehnsüchte diesem jungen Menschen innewohnen,  hatte aber gleichzeitig Bedenken in die Privatsphäre des Teenagers ungefragt einzutauchen. Im abschließenden Gespräch waren wir außerdem über die Vielzahl an Freizeitangeboten erstaunt, die die JVA den Häftlingen trotz ihrer gravierenden Strafauffälligkeiten anbietet.